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Technik

Ein digitaler Kinoprojektor ist völlig anders als ein klassischer Filmprojektor. Im Prinzip handelt es sich um einen hochspezialisierten Videoprojektor mit einem ebenso speziellen Videoserver. Neben dem nachvollziehbar hohen Sicherheitsbedürfnis stellt natürlich insbesondere die gewollte Wiedergabequalität von Bild und Ton auf Niveau der „Nullkopie“ extreme Anforderungen an das Equipment. Es wäre insofern ein großer Irrtum, zu glauben, dass diese Technik auch nur im Ansatz mit Geräten aus dem Bereich Home-Cinema zu vergleichen wäre. Oder konkreter: ein Sony-Projektionssystem, so wie es bei CinemaxX eingesetzt wird, ist mannshoch, wiegt knapp 400 Kilogramm und verbraucht 5 KW/h Strom.


CineAlta 4K-Projektor von SONY

Die dritte Dimension

Neben einer buchstäblich unerhörten und ungesehenen Wiedergabequalität öffnet digitales Kino aber noch eine ganz andere Perspektive, nämlich die auf die dritte Dimension. Mit digitaler Projektion ist 3D in bis vor kurzem undenkbarer Qualität möglich, die so gar nichts mehr mit den mäßigen Rot-Grün-Brillen-Erfahrungen der 70er Jahre im Fernsehen zu tun hat.

Die technische Herausforderung bei 3D ist im Prinzip simpel formuliert, aber eben schwieriger zu realisieren: eigentlich geht es ja nur darum, zwei Filme gleichzeitig zu zeigen, den einen für das linke Auge und den anderen für das rechte, damit ein räumlicher Bildeindruck entsteht. Das eigentliche Problem ist aber, dies mit nur einem Projektor zu tun und dabei auch noch sicherzustellen, dass das linke Auge auch tatsächlich nur den „linken“ Film sieht und das rechte nur den „rechten“.

Eine technische Grundlage stellt der Umstand dar, dass digitale 3D-Filme grundsätzlich „nur“ 2K-Auflösung (siehe oben) haben, was einfach der Tatsache geschuldet ist, dass zwei Bilder gleichzeitig verarbeitet werden müssen, also 48 statt 24 Bilder pro Sekunde, und realistische Datenraten damit schon völlig ausgereizt sind.

2K-Einzelprojektionssysteme geben solche 3D-Filme wieder, indem sie abwechselnd die Bilder für die linken und rechten Augen der Betrachter zeigen. Um hier störende Stroboskop-Effekte zu vermeiden, wird jedes Bild dreimal wiederholt (man spricht hier von „triple flash“). Es werden also 2 (für beide Augen) x 24 Bilder / Sekunde 3 x wiederholt, d. h. auf den Betrachter prasseln satte 144 Bilder / Sekunde ein, die dann erstmal vom Gehirn in ein räumliches Bild zusammengesetzt werden wollen, zumal ja immer nur ein Auge eine Bildformation erhält, während das andere „stummgeschaltet“ ist. Dennoch ist das Ergebnis ausgesprochen ansehnlich und liefert bereits eine hervorragende Qualität, allerdings bedingt die Art der Wiedergabe bei dem einen oder anderen Betrachter über die Dauer eines Spielfilms unter Umständen eine gewisse Ermüdung oder gar Kopfschmerzen.


2K-3D Bildverarbeitung

Wie funktioniert „3D auf 4K“?

Wird 2K-3D nun von einem CineAlta 4K-Projektor wiedergegeben, macht man sich – klingt einfacher, als es ist – zunächst zunutze, dass ein CineAlta 4K-Projektor grundsätzlich schon einmal die vierfache Auflösung bietet, d. h. ohne Mühe zwei komplette 2K-Bilder gleichzeitig abbilden kann, mehr noch, in Abhängigkeit vom Bildformat dieses sogar noch auf eine höhere Auflösung hochrechnen kann, womit auch bei 3D-Wiedergabe über ein 4K-System kleinere Pixel auf der Leinwand eben nicht sichtbar werden.

Der entscheidende Unterschied für den Betrachter in diesem Fall ist aber, dass beide Augen gleichzeitig Bildinformationen bekommen, also ganz so, wie die natürliche menschliche Wahrnehmung funktioniert. Der Vorteil liegt auf der Hand: mit dem Aufsetzen der unvermeidlichen 3D-Brille ist man sofort „im“ Bild, das als besonders ruhig empfunden wird und auch über die Länge eines gesamten Spielfilms nicht ermüdet. Der Hersteller Sony wirbt hier nicht ganz unberechtigt mit dem Slogan „easier on the eye“.


4K-3D Bildverarbeitung

Warum immer noch Brillen für 3D?

Es gibt immer noch den Traum von autostereoskopischer Wiedergabe, also „3D ohne Brille“. Allerdings ist dessen Realisierung für Kinos noch weit entfernt, um nicht zu sagen immer noch undenkbar. Die insofern unvermeidlichen 3D-Brillen dienen also immer noch dem Zweck, sicherzustellen, dass das linke Auge eben nur die für dieses auch bestimmten Bilder sieht (und andersherum). Die Bilder müssen für diesen Zweck im Projektor „codiert“ werden, um von der Brille wieder „decodiert“ zu werden. Diese Adressierung der Bilder erfolgt im Falle des RealD-Systems durch zirkulare Polarisation, die ganz im Kontrast zu früher üblicher linearer Polarisation den klaren Vorteil hat, dass Kopfbewegungen des Betrachters keine Einschränkung des 3D-Erlebnisses mehr bedingen, während man früher gezwungen war, den Kopf bewusst still im rechten Winkel in Richtung Leinwand zu halten. Zudem handelt es sich natürlich nicht mehr um die berüchtigten Rot-Grün-Brillen, die katastrophale Falschfarben auslösten. Und nicht zuletzt wissen auch die Brillen zu gefallen: wo früher schreckliche Pappbrillen im Einsatz waren, mutieren heute Besucher ganzer Kinosäle zur Verwandschaft der „Blues Brothers“…


3D-Brillen von realD

Quelle: Sony Professional, Oliver Pasch & CinemaxX AG, Alper Iseri






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